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Auswertung der Umfrage
zur beruflichen Situation der Rechts- und Notarfachwirte
nach Abschluss eines Studienganges
     


Gemeinsam mit der Beuth Fachhochschule in Berlin haben wir eine Umfrage unter den Rechts- und Notarfachwirten gemacht, wie es ihnen denn eigentlich nach bestandener Prüfung ergangen ist. Haben Sie mit der Prüfung Ihre Karriere in Schwung bringen können, haben Sie die notwendige Anerkennung erfahren?

Zu unserer Freude haben sich fast 400 Absolventen der verschiedensten Anbieter der Vorbereitungskurse gemeldet, das Durchschnittsalter lag bei 33 Jahren, der oder die älteste Teilnehmer/in der Unfrage war immerhin 52 Jahre alt. Ich denke, dass reicht aus, um sich ein Bild machen zu können.

Hauptsächlich haben sich Rechtsfachwirte an der Umfrage beteiligt, 14,26% der Befragten waren Notarfachwirte, die niedrigere Zahl dürfte daran liegen, dass das Fachwirtstudium für den Notarbereich noch nicht solange durchgeführt wird Insgesamt haben 84,75% der Befragten das Studium auch durchgehalten und 91,64% aller Prüfungsanwärter/innen haben dann auch noch die Prüfung abgelegt. Das ist ein mehr als gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die überwiegende Zahl der Teilnehmer das Studium neben der normalen Arbeitszeit absolviert hat und nur 8,36% der Befragten also das Studium aufgegeben haben. 03,00% haben beide Studiengänge absolviert.

Der größte Teil der Studenten hat seine Vorbereitung zur Abschlussprüfung mit einem Fernstudium bewältigt, mit einem Marktanteil von fast 70% liegt die Beuth Fachhochschule hier weit vorn, fast 18% der Studenten hatten sich beim RENO Bundesverband angemeldet. Der Rest hat über regionale Anbieter, die überwiegend in den örtlichen Kammerbereichen arbeiten, gewählt.

Wo haben Sie Ihr Studium absolviert:      
1) RENO Bundesverband
2) Beuth Hochschule
3) Hans Soldan GmbH
4) Akademie f. Notarfachwirte
  

17,82 %

69,09 %
11,64 %
01,45 %

Doch nun zur Berufswirklichkeit, was hat das Studium denn unter dem Strich gebracht? Ist das Konto voll, kommen die Fachwirte jetzt morgens über den roten Teppich ins Büro?

Für mehr als die Hälfte der frischgebackenen Fachwirte hat sich das berufliche Umfeld verändert. Die meisten Änderungen fanden im Bereich Vergrößerung des Aufgabenbereiches, und damit der Übergabe von mehr Verantwortung statt und 35,31% der Befragten erfuhren in ihren Kanzleien mehr berufliche Anerkennung und Respekt. Fast 17% der Befragten haben aufgrund der Ausbildung sogar die Kanzlei gewechselt, wir können hier nur hoffen, dass auch dieser Wechsel zu den vorgenannten Ergebnissen geführt hat.

Wenn ja, inwiefern hat sich was geändert?      
Mein Aufgabenbereich hat sich vergrößert
Der Arbeitsplatz wurde intern gewechselt  
Die Kanzlei gewechselt  
Mehr Anerkennung und Respekt  
Ich habe mich selbstständig gemacht 
  41,91 %
04,29 %
16,83 %
35,31 %
01,65 %

Das Arbeitsgebiet ist bei 56,55% der Befragten gleich geblieben, für den Rest der Fachwirte gab es zum Teil wesentliche Änderungen. 28,52% wurden in die Büroleitung eingebunden, 26,80% konnten ihr neu erworbenes Wissen im Bereich Personalmanagement einsetzen, von den Notarfachwirten haben 19,24% die Leitung des Notariats übernommen und noch 18,21% der Befragten wurden nach Ablegung der Prüfung mit Aufgaben der Finanzbuchhaltung betraut.  

Wenn ja, inwiefern hat sich etwas geändert?
     
Personalmanagemen
Büroleitung
Kanzleimanagement/Organisation  
Leitung des Notariats
Finanzbuchhaltung
26,80 %
28,52 %
07,22 %
19,24 %
18,21 %
 
       
Selbstständige Sachbearbeitung      

- Verkehrsunfallabwicklung  
- Vollstreckungsangelegenheiten
- Kostenwesen/Gebührenabrechnungen

- Vorbereitung der Beurkundung  
  15,10 %
38,02 %
40,10 %
06,77 %

Die bestandene Fachwirtprüfung hat zu selbständigerer Arbeit der Kollegen geführt, bei den Rechtsfachwirten wurden 38,02% mehr in die Vollstreckungsaufgaben, und 15,10% in die Sachbearbeitung von Verkehrsunfällen eingebunden, über 40% aller Befragten gab an, nunmehr selbständig Vergütungs- und Kostenrechnungen zu erstellen.

Doch nun zur wichtigen Gehaltsfrage, hat es sich auch finanziell gelohnt, der Zeit- und Geldeinsatz in die Prüfung.

Überraschenderweise haben 57,38% aller Befragten angegeben, dass sich ihr Gehalt erhöht hat, 31,97% verdienen nach Abschluss der Prüfung mehr als 2.500,00 € brutto! Ein schönes Anerkenntnis der Arbeitgeber! Immerhin gaben 87% der Befragten noch an, dass sich ihr Gehalt um 25% verbessert hat. Mit diesen Ergebnissen können wir endlich beweisen, dass sich die harte Ausbildung neben der Berufstätigkeit lohnt! Weiterbildung bringt Vorteile auf der Karriereleiter, sogar auf der einer/s ReNo!

Es dürfte interessant sein, dass trotz harter Erfahrungen immer noch 61,66% der Befragten bereit sind, noch eins drauf zu setzen, weiter zu machen und den Bachelor zu schaffen. Sie wollen noch einmal eine zweijährige Studienzeit mit einer wöchentlichen Belastung von 15 Stunden auf sich nehmen, sie wollen dafür sogar noch einmal mehrheitlich eine monatliche Studiengebühr von 200,00 € zahlen.

Nach einem erfolgreichen Abschluss des Bachelorstudium, welche Position im Berufsleben können Sie sich vorstellen?

- in der Rechtsabteilung
- in der Immobilienwirtschaft
- im Banken und/oder Versicherungswesen
- in der Wirtschaft und Industrie
- im Handel und Gewerbe

Mitarbeiter/in des gehobenen Dienstes
Selbständig

                        

29,68 %
07,76 %
15,68%
15,18 %
06,41 %

16,69 %
08,60 %

Das kann nur das Signal sein, die Öffnungen der neuen europäischen Bildungspolitik zu nutzen, um allen Berufsangehörigen ungeahnte Chancen für ihre berufliche Karriere zu nutzen. Mein Berufsverband wird sich für diese Pläne daher einsetzen.


Marlies Stern
Vorstand RENO Bundesverband

 

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